B16 über Ungehorsam und warum das nix erneuert…

Weil die Chrisammessenpredigt so wunderbar war – diesmal nicht die vielfachen Medienreaktionen, sondern den Originaltext:

Liebe Schwestern und Brüder!

In dieser heiligen Messe gehen unsere Gedanken zurück in die Stunde, in der der Bischof uns mit Handauflegung und Gebet in das Priestertum Jesu Christi hineingenommen hat, so daß wir “in der Wahrheit geheiligt sind” (Joh 17, 19), wie Jesus in seinem hohepriesterlichen Gebet es für uns vom Vater erbetet hat. Er selbst ist die Wahrheit. Er hat uns geheiligt, das heißt für immer an Gott übergeben, damit wir von Gott her und auf ihn hin den Menschen dienen können. Aber sind wir auch in der Wirklichkeit unseres Lebens geheiligt – Menschen, die von Gott her in der Gemeinschaft mit Jesus Christus wirken? Mit dieser Frage steht der Herr vor uns, stehen wir vor ihm. “Wollt ihr dem Herrn Jesus Christus enger verbunden und gleichgestaltet werden, auf euch selbst verzichten und die Versprechen erneuern, eure heiligen Pflichten, die ihr am Weihetag mit Freude übernommen habt?” So werde ich nach dieser Homilie jeden einzelnen und auch mich selbst fragen. Zweierlei wird da vor allem gesagt: Es geht um eine innere Verbindung, ja, um Gleichgestaltung mit Christus, und dabei geht es notwendig um ein Überschreiten unserer selbst, um den Verzicht auf das bloß Eigene, auf die viel beschworene Selbstverwirklichung. Es geht darum, daß wir, daß ich mein Leben gerade nicht für mich selbst beanspruche, sondern es einem anderen – Christus – zur Verfügung stelle. Daß ich nicht frage: Was habe ich davon, sondern frage: Was kann ich für ihn und so für die anderen geben? Oder noch konkreter: Wie muß diese Gleichgestaltung mit Christus, der nicht herrscht, sondern dient; der nicht nimmt, sondern gibt – wie muß sie in der oft dramatischen Situation der Kirche von heute aussehen? Vor kurzem hat eine Gruppe von Priestern in einem europäischen Land einen Aufruf zum Ungehorsam veröffentlicht und dabei gleichzeitig auch konkrete Beispiele angeführt, wie dieser Ungehorsam aussehen kann, der sich auch über endgültige Entscheidungen des kirchlichen Lehramtes hinwegsetzen soll wie zum Beispiel in der Frage der Frauenordination, zu der der selige Papst Johannes Paul II. in unwiderruflicher Weise erklärt hat, daß die Kirche dazu keine Vollmacht vom Herrn erhalten hat. Ist Ungehorsam ein Weg, um die Kirche zu erneuern? Wir wollen den Autoren dieses Aufrufs glauben, daß sie die Sorge um die Kirche umtreibt; daß sie überzeugt sind, der Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln begegnen zu müssen, um neue Wege zu öffnen – die Kirche wieder auf die Höhe des Heute zu bringen. Aber ist Ungehorsam wirklich ein Weg? Spüren wir darin etwas von der Gleichgestaltung mit Christus, die die Voraussetzung wirklicher Erneuerung ist oder nicht doch nur den verzweifelten Drang, etwas zu machen, die Kirche nach unseren Wünschen und Vorstellungen umzuwandeln?

Aber machen wir es uns nicht zu leicht. Hat nicht Christus die menschlichen Traditionen korrigiert, die das Wort und den Willen Gottes zu überwuchern drohten? Ja, er hat es getan, um den Gehorsam zum wirklichen Willen Gottes, zu seinem immer gültigen Wort neu zu wecken. Es ging ihm gerade um den wahren Gehorsam, gegen die Eigenwilligkeit des Menschen. Und vergessen wir nicht: Er war der Sohn, mit der einzigartigen Vollmacht und Verantwortung, den reinen Gotteswillen freizulegen, um so den Weg von Gottes Wort in die Welt der Völker zu eröffnen. Und endlich: Er hat seinen Auftrag mit seinem eigenen Gehorsam und seiner Demut bis ans Kreuz hin konkretisiert und so seine Sendung beglaubigt. Nicht mein, sondern dein Wille: Dies ist das Wort, das den Sohn, seine Demut und seine Göttlichkeit zugleich zeigt und uns den Weg weist.

Lassen wir uns noch einmal fragen: Wird mit solchen Erwägungen nicht doch der Immobilismus, die Erstarrung der Traditionen verteidigt? Nein. Wer auf die Geschichte der Nachkonzilszeit hinschaut, der kann die Dynamik der wahren Erneuerung erkennen, die in lebendigen Bewegungen oft unerwartete Gestalten angenommen hat und die unerschöpfliche Lebendigkeit der heiligen Kirche, die Anwesenheit und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes geradezu greifbar werden läßt. Und wenn wir auf die Menschen hinschauen, von denen diese frischen Ströme des Lebens ausgingen und ausgehen, dann sehen wir auch, daß zu neuer Fruchtbarkeit das Erfülltsein von der Freude des Glaubens, die Radikalität des Gehorsams, die Dynamik der Hoffnung und die Kraft der Liebe gehören.

Liebe Freunde, es bleibt dabei: Die Gleichgestaltung mit Christus ist Voraussetzung und Grund aller Erneuerung. Aber vielleicht erscheint uns manchmal die Gestalt Jesu Christi zu hoch und zu groß, als daß wir wagen könnten, daran Maß zu nehmen. Der Herr weiß das. Deshalb hat er für Übersetzungen in Größenordnungen gesorgt, die uns zugänglicher und näher sind. Paulus hat aus eben diesem Grund seinen Gemeinden ohne Scheu gesagt: Ahmt mich nach, ich aber gehöre Christus. Er war für seine Gläubigen eine Übersetzung von Christi Lebensstil, die sie sehen und der sie sich anschließen konnten. Seit Paulus hat es die ganze Geschichte hindurch immerfort solche Übersetzungen von Jesu Weg in geschichtliche Lebensgestalten hinein gegeben. Wir Priester können an eine große Schar heiliger Priester denken, die uns als Wegweiser vorangehen: von Polykarp von Smyrna und Ignatius von Antiochien angefangen, über die großen Seelsorger Ambrosius, Augustinus und Gregor dem Großen bis hin zu Ignatius von Loyola, Karl Borromäus und bis zu Johannes Maria Vianney und den Priestermärtyrern des 20. Jahrhunderts und schließlich bis zu Papst Johannes Paul II., der im Tun und Leiden die Gleichgestaltung mit Christus uns als “Gabe und Geheimnis” vorgelebt hat. Die Heiligen zeigen uns, wie Erneuerung geht und wie wir ihr dienen können. Und sie lassen uns auch wissen, daß Gott nicht auf die große Zahl und auf die äußeren Erfolge schaut, sondern seine Siege im demütigen Zeichen des Senfkorns erringt.

Liebe Freunde, ganz kurz möchte ich noch zwei Stichworte aus der Erneuerung des Weiheversprechens berühren, die uns in dieser Stunde der Kirche und unseres eigenen Lebens zu denken geben sollten. Da ist zunächst die Erinnerung daran, daß wir – wie Paulus es ausgedrückt hat – “Ausspender der Geheimnisse Gottes sind” (1 Kor 4, 1) und daß uns der Dienst der Lehre (munus docendi) obliegt, der ein Teil dieses Ausspendens von Gottes Geheimnissen ist, in denen er uns sein Gesicht und sein Herz zeigt, um uns sich selber zu schenken. In der Begegnung der Kardinäle anläßlich des jüngsten Konsistoriums haben mehrere der Hirten der Kirche aus ihrer Erfahrung von einem religiösen Analphabetismus gesprochen, der sich mitten in unserer gescheiten Gesellschaft ausbreitet. Die Grundlagen des Glaubens, die früher jedes Kind wußte, werden immer weniger gekannt. Aber damit wir unseren Glauben leben und lieben können, damit wir Gott lieben können und damit recht auf ihn zu hören fähig werden, müssen wir wissen, was Gott uns gesagt hat; muß unser Verstand und unser Herz von seinem Wort berührt werden. Das Jahr des Glaubens, das Gedenken an die Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren soll uns ein Anlaß sein, mit neuem Eifer und neuer Freude die Botschaft des Glaubens zu verkündigen. Die finden wir natürlich grundlegend und zuallererst in der Heiligen Schrift, die wir nicht genug lesen und bedenken können. Aber dabei machen wir alle die Erfahrung, daß wir Hilfe brauchen, um sie recht in die Gegenwart zu übertragen; daß sie uns wirklich ins Herz trifft. Diese Hilfe finden wir zuallererst im Wort der lehrenden Kirche: Die Texte des II. Vaticanums und der Katechismus der Katholischen Kirche sind die wesentlichen Instrumente, die uns unverfälscht zeigen, was die Kirche vom Wort Gottes her glaubt. Und natürlich gehört der ganze, noch längst nicht ausgeschöpfte Schatz der Dokumente dazu, die uns Papst Johannes Paul II. geschenkt hat.

All unsere Verkündigung muß Maß nehmen an dem Wort Jesu Christi: “Meine Lehre ist nicht meine Lehre” (Joh 7, 16). Wir verkündigen nicht private Theorien und Meinungen, sondern den Glauben der Kirche, deren Diener wir sind. Aber das darf natürlich nicht heißen, daß ich nicht mit meinem ganzen Ich hinter dieser Lehre und in ihr stehen würde. Ich muß dabei immer an das Wort des heiligen Augustinus denken: Was ist so sehr mein wie ich selbst? Und was ist so wenig mein wie ich selbst? Ich gehöre nicht mir selbst, und ich werde ich selber gerade dadurch, daß ich mich überschreite und durch die Überschreitung meiner selbst in Christus und in seinen Leib, die Kirche, hineinfinde. Wenn wir nicht uns selbst verkündigen und wenn wir inwendig ganz eins geworden sind mit dem, der uns gerufen hat als seine Botschafter, so daß wir vom Glauben geformt sind und ihn leben, dann wird unsere Predigt glaubhaft werden. Ich werbe nicht für mich selbst, sondern ich gebe mich selbst. Der Pfarrer von Ars war kein Gelehrter, kein Intellektueller, das wissen wir. Aber er hat die Menschen ins Herz getroffen mit seiner Verkündigung, weil er selbst ins Herz getroffen war.

Das letzte Stichwort, das ich noch anrühren möchte, heißt Seeleneifer (animarum zelus). Es ist ein altmodischer Ausdruck, der heute kaum noch gebraucht wird. Das Wort Seele gilt in manchen Kreisen geradezu als ein verbotenes Wort, weil es angeblich einen Dualismus zwischen Leib und Seele ausdrücke, den Menschen zu Unrecht zerteile. Natürlich ist der Mensch nur einer, mit Leib und Seele zur Ewigkeit bestimmt. Aber das kann doch nicht bedeuten, daß wir nun keine Seele mehr hätten, kein konstitutives Prinzip, das die Einheit des Menschen in seinem Leben und über seinen irdischen Tod hinaus gewährleistet. Und natürlich sorgen wir uns als Priester um den ganzen Menschen, gerade auch um dessen leibliche Nöte – um die Hungernden, um die Kranken, um die Obdachlosen. Aber wir sorgen uns nicht nur um den Leib, sondern gerade auch um die seelischen Nöte des Menschen: um die Menschen, die unter der Zerstörung des Rechts oder unter zerstörter Liebe leiden; um die Menschen, die sich im Wahrheitsdunkel befinden; die unter der Abwesenheit von Wahrheit und Liebe leiden. Wir sorgen uns um das Heil der Menschen an Leib und Seele. Und als Priester Jesu Christi tun wir es mit Eifer. Die Menschen dürfen nie das Gefühl haben, daß wir unsere Pflichtstunden gewissenhaft ableisten, aber zuvor und danach nur uns selbst gehören. Ein Priester gehört nie sich selbst. Die Menschen müssen unseren Eifer spüren, durch den wir glaubhaft das Evangelium Jesu Christi bezeugen. Bitten wir den Herrn, daß er uns mit Freude an seiner Botschaft erfülle und daß wir so mit freudigem Eifer seiner Wahrheit und seiner Liebe dienen dürfen. Amen.”

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Abtreibung auf argentinisch

In der Washington Post klingt es recht nüchtern: bisher musste bei jeder Vergewaltigung ein Gericht entscheiden, ob abgetrieben werden darf, jetzt reicht eine eidesstattliche Erklärung, dass die Frau vergewaltigt wurde. In der Tiroler Tageszeitung hat es typisch österreichisch nicht mehr die neutralität der Berichterstattung, sondern eine klare pro-choice Affinität: “In mehreren Fälle wurden selbst jungen Mädchen nach einer Vergewaltigung kein Schwangerschaftsabbruch genehmigt.” und “Nach Angaben von Aktivisten treiben in Argentinien jedes Jahr 500.000 bis 700.000 Frauen ab. Zwischen 80 und 100 Schwangere kommen den Angaben zufolge jährlich bei den illegalen Eingriffen ums Leben, vor allem junge und arme Frauen. Abtreibungsgegner stellen die Zahlen infrage.”

Ganz kurz bis zu 100 verstorbene Schwangere sind die Katastrophe aber 700.000 getötete ungeborene Babys OK? Oder versteh ich die Tiroler nicht richtig? – zum Glück sind beide Zahlen übertrieben, lese ich,  aber verstehen kann man diese Blindheit der Redaktion gegenüber der Realität eines menschlichen Lebens im Schoß seiner Mutter nicht. Jeder Fall ist zu viel, jedes dieser Einzelschicksale ist tragisch, aber eben auch das der ungeborenen Kinder, die getötet werden bevor sie den ersten Schein der Sonne gesehen haben, das erste Zwitschern der Vögel gehört haben und die liebende Umarmung eines Menschen gespürt haben. Trauern wir um dieses maximal 700.100 Argentinier.

Zuletzt möchte ich mich noch einem Aspekt widmen, der in der Post kurz angerissen wurde. Für eine straffreie Abtreibung braucht es eine eidesstattliche Bestätigung, dass die Frasu vergewaltigt wurde. Da erlaube ich mir eine kleine Frage: Wenn jemand gewillt ist sein eigenes Kind töten zu lassen, würde so jemand eventuell auch lügen und eine Vergewaltigung erfinden um eine Abtreibung vornehmen lassen zu können? Mal schauen wie stark die Vergewaltigungszahlen in Argentinien in den nächsten Jahren steigen werden.

 

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15 Millionen neue Katholiken weltweit dieses Jahr!

Na das ist doch eine Jubelmeldung – allerdings nur in den oberösterreichischen Nachrichten zu finden, abgesehen von der internationalen Presse natürlich, wie Washington Post, le Monde, le Point oder ABC  . Wie immer halt, oder? Kirchenaustrittszahlen ja – aber Jubelmeldungen über 15 Millionen neue Katholiken nein., weil im Grunde sind diese 15 Millionen ja auch nur 1,3% – also quasi nix.

Wenn da nicht auch bei den Klerikern sich etwas täte: bei den Priester und Seminaristenzahlen geht es nur in Europa & Co bergab. +14% Seminaristen etwa in Afrika und das ist kein Strohfeuer sondern ein lange anhaltender Trend.

Kurz und gut weltweit geht es mit der Kirche bergauf, das sollte man nie vergessen, wenn man über sinkende Beteiligung am Glaubensleben in unseren Breiten zu lamentieren beginnt. Und einfach verstärkt mit Missionaren aus Afrika rechnen.

Freuen wir uns, auch wenn der Sonntag laetare erst nächste Woche ist.

Und noch ein Nachschlag – die spanischen Medien berichten, dass die Seminaristenzahlen Weltjugendtags-bedingt um über 4% bei ihnen gestiegen sind.  So zu lesen in la Razon gleich 2x, el Mundo, wo auch die Wirtschaftskrise als Begründung gilt und dann noch in 20minutos. Auch darüber kann man sich freuen.

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Falscher @CardBertone: “The Holy Father, Pope Benedikt XVI, dies this afternoon.”

Schon auf Twitter gelesen? Bertone schreibt, dass der Papst tot sei – keine Sorge ist eh falsch, auch das Englisch. Besser wäre ja “died”, wenns so wäre.  Der falsche Kardinal folgt auf Twitter auch ganz lustigen Typen, ohne allzu viel kirchlichen Background, man sagt er sei ein italienischer Journalist. Auf Italienisch oder Spanisch heißt es in seinen Tweets noch “El Santo Padre, el Papa Benedicto XVI, falleció esta tarde. Il Santo Padre, S.S. Benedetto XVI, si è spento improvvisamente nel pomeriggio di oggi. Lo annunciamo ora con dolore e costernazione.” Auch alles nicht sonderlich kardinalstypische Texte, aber eine Headline ist es wert:

In der Zeit:

Gefälschter Tweet zum Tod des Papstes sorgt im Internet für Aufsehen
Zeit Online – 08. März 2012
…(AFP) – (AFP) Eine gefälschte Meldung zum Tod von Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kurzzeitig für Aufsehen… mehr

Auf Französisch:

Twitter tue le pape par un faux tweet
L’Express – 08. März 2012
Un tweet attribué au cardinal secrétaire d’Etat du Saint-Siège a annoncé la mort de Benoît XVI. Le Saint-Siège a démenti immédiatement l’information. “La nouvelle n’a aucun sens”, selon le Vatican. … mehr
Le pape meurt sur Twitter
LeFigaro.fr – 08. März 2012
Un faux tweet au nom du cardinal secrétaire d’Etat du Saint-Siège, Mgr Tarcisio Bertone, a annoncé aujourd’hui sur le net rien de moins que la mort de Benoît XVI, une nouvelle immédiatement démentie par le porte-parole du Saint-Siège. A l’adresse @CardBertone sur le réseau social Twitter, est appar…… mehr

Auf Italienisch im Messaggero:

Twitter, card. Bertone fa morire il Papa «E’ un falso», ma fa il giro del mondo
Il Messaggero.it – 08. März 2012
CITTA’ DEL VATICANO – Chissà se dietro questo scherzo di cattivo gusto si nasconde un buontempone, oppure se si tratta dell’iniziativa di uno dei corvi che ultimamente svolazzano sulla testa del cardinale Tarcisio Bertone e sul Cupolone di San Pietro. … mehr

Totgesagte leben bekanntlich länger: Ad multos annos, Heiliger Vater!

 

 

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Ein Wunder von Johannes Paul II.?

Zwei französische Medien – le Figaro und le Point - berichten von mehreren Wundern Johannes Pauls II nach seiner Seligsprechung. Quelle soll das italienische Magazin Panorama sein (aber scheinbar nicht in der Onlineversion). Auf jeden Fall wird gleich mal mit einer beschleunigten Heiligsprechung gerechnet. Man wird ja sehen…

Und wegen Twitter und Anonymous ist die Nachricht nicht weiter aufgegriffen worden. Und vielleicht auch, weil es eventuell nicht ganz so stimmt, das sagt zumindest la Croix am 13.3. Man wird ja sehen…

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Weil Frauentag ist, internationaler…

Der Artikel ist zwar schon aus dem Feber, aber evangelisch.de beleuchtet den Pfarrermangel auf protestantisch und die Quintessenz ist: das Berufsbild ist zu weiblich. Und weil die Männer dann nimmer wollen ist es für Frauen dann auch unattraktiv. Zwar nicht logisch aber faktisch Realität.

-50% Pastoren werden es in wenigen Jahren sein und das trotz Frauen, verheirateter Männer, gar homosexuelle und andere nur eingetragene Partnerschaften oder nicht mal das. Da fragt man sich als katholischer Kirchenreformer schon, ob man diese Meldung nicht am besten ignorieren sollte, wenn man gegen katholischen Priestermangel hierzulande protestantische Heilmittel wie Priesterehe, Frauen an den Altar als Befreiungsschlag positionieren möchte, und das dürfte es jedoch nicht sein, lässt es sich erahnen. Zum Glück haben den Artikel ja auch nicht viele Leute gelesen.

“Wer an dieses Arbeitsfeld denkt, der habe vor allem den sozialen Touch vor Augen, als ob der Alltag aus “Kindergottesdienst und Seniorenarbeit” bestünde, … Für Männer sei das Fach dadurch unattraktiv geworden.” oder “Wir wollen wieder mehr Männer im Studienfach Theologie, und stellen deshalb den wissenschaftlichen Charakter und die Leitungsfunktion des Pfarramtes wieder deutlicher heraus. Ein Pfarrer führt viele Menschen und trägt große Verantwortung.”  Nur zwei Beispiele für weiblich = unattraktiv. Zum Nachdenken regt es an, dass soziales Engagement unattraktiv sein soll, Kinder übrigens auch, cool ist hingegen Wissenschaft und das Managen.

So beruhigt der Normalkatholik ist, dass die Aufgabe des katholischen Priesterbildes erwiesener Maßen nicht nötig scheint, so verstörend ist, dass, wenn ein Job als “weiblich” gilt, er uninteressant wird und zwar für fast alle.

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Ein erster Eindruck des bald erscheinenden tückischen Buchs?

Die NZZ hat einen Artikel von Prof. Tück veröffentlicht. Der Dogmatiker gibt nach einem kurzen Hinweis auf die erschöpften Kirchen des Nordens, die immer neue Reforminitiativen hervorbringen und die vitalen lebendigen Kirchen des Südens, die diese Agenda so gar nicht interessiert eine kurze, prägnante Skizze der Lage der Kirche in der Alpenrepublik.

Abschließend bemerkt er etwa: “Strukturfragen und die innere Reform des Glaubens können nicht gegeneinander ausgespielt werden, sie gehören zusammen. Eine Erneuerung des Glaubens ist allerdings ohne Umkehr aller Beteiligten nicht zu haben. Umkehrverweigerung und Rechthaberei wären Anzeichen einer pathologischen Versteinerung.”

Umkehr, das passt ja gut zur geprägten Zeit, in der wir uns Befinden: die österliche Fastenzeit möge uns allen Raum zur Umkehr und Erneuerung sein.

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Aschermittwoch in den österreichischen Printmedien

Wenn man den heutigen Blätterwald durchforstet entdeckt man da und dort gute hintergrundinformationen – etwa seit wann das Aschenkreuz mit dem bekannten Spruch :”Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst” gespendet wird, die Presse liest dafür sogar in der Einführung zum Messbuch, man liest es in der Kleinen Zeitung und in der Wiener Zeitung bekommt man auch Tipps, wo es Aschermittwochs-Liturgien gibt, den Hinweis auf autofasten.at zusätzlich zu jenem auf die Papst-SMS, die man auch in den anderen Zeitungen lesen kann – mit einem SMS mit dem Inhalt PAPST an 0664/6606651 ist man da auch dabei.

Einen etwas schrägen Ansatz haben die Oberösterreichischen Nachrichten: neben einem  Artikel übers  sanfte Abnehmen gibt es auch einen kruden Gastkommentar mit dem Tenor “Ein einziger Mann in Rom „herrscht“ über eine Milliarde Mitglieder.” und “Fasten im Herrschaftsanspruch wäre gefragt.” Der Autor dieses Kommentares  über Umkehr vom Stillstand ist im Übrigen Chef der KA in Oberösterreich. Alles in Allem ein schönes Beispiel für, sagen wir, Missverständnis: Beim Fasten geht es um die Seele und nicht um die Linie und Umkehr ist nicht kirchenpolitisches Gepolter der Marke “demokratisierende Protestantisierung”, sondern Bekehrung und Abwenden von den eigenen Sünden.

Und zum drüberstreuen dann noch einer am Donnerstag in den OÖN, eine Einladung an die Bischöfe E-Mails mit der Aufforderung zu Umkehr zur Reform zu schicken, weniger Lehramt, usw, weil wir wären ja alle schon fast ausgetreten,… Aber es gibt auch einen ernsthafteren über den evangelischen Blickwinkel und eine nie enden wollende Liste an Fastenzeit-Angebote in Oberösterreich.

Der Standard und Wiener Zeitung bringen das Autofasten, in der Tiroler Tageszeitung gibt es eine Kinderseite und ein Bericht über Fastensuppenessen in Imst, die die Fastenzeit erklärt, Im Österreich ist die bekannte Einführung ins Messbuch und dann noch der Rat vorm Abnehmen zum Arzt zu gehen. Die Kleine Zeitung führt uns in die mentale Diät ein, Zeit nehmen, Yoga und so.  Und ein kleiner Blick ins Ausland: die Bild regt Facebook-Fasten an, also genauer gesagt der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte.

 

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Muss wo katholisch drauf steht dieses auch drinnen sein? Oder: Scharia auf katholisch

Der Leser der Zeit konnte diese Tage einen Artikel lesen, der in der Online-Ausgabe eine Zeit lang “Scharia auf katholisch” hieß. Mittlerweile ist er auf “Christlich auch nach Dienstschluss” umbenannt.

Hat also ein wenig Staub aufgewirbelt, die Geschichte eine Kindergarten-Leiterin aus dem Rheinland, die einen katholischen Hort geleitet hat, sich scheiden hat lassen und einen im Pfarrgemeinderat Aktiven  in 2. standesamtlicher Ehe geheiratet hat. Das Erzbistum Köln findet, dass das dem christlichen Zeugnis widerspricht und will die Leiterin nun entlassen. Das ist nach deutschem und nach österreichischem Recht möglich.

Die Bevölkerung der Kleinstadt sieht das nicht ganz so klar, denn sie ist eine gute Pädagogin und wen interessiert schon die verstaubte katholische Sexualmoral und was soll dieser Rausschmiss, es leben doch fast alle so und staatlich legal ist es ja.  Recht hat das Erzbistum und genau so ist die Haltung für den Mainstream unverständlich, wenn man bedenkt, dass den Leuten bei der Wahl von Privatkindergärten oder Privatschulen der Träger der Einrichtung meist egal ist, solange er sie nicht allzu sehr weltanschaulich molestiert.

Die Frage, die sich stellt, ist, soll wo katholisch drauf steht auch katholisch drinnen sein? Auch wenn die Nutzer der Dienstleistung daran gar kein Interesse haben, oder wie in diesem Fall sich sogar daran stoßen? Ist der Markt für wirklich katholische Erziehungseinrichtungen überhaupt vorhanden?

Im speziellen Fall ist die Situation noch vertrackter, denn das Erzbistum Köln hat in letzter Zeit sehr viele Kindergärten aus der Hand und in kommunale Beteuung übergeben. Den in Rauschendorf aber behalten, weil den Finanzierungsanteil der Diözese hat die Gemeinde in Stellvertretung übernommen, weil die Förderungen für religiöse Kindertageseinrichtungen höher sind als für kommunale – eventuell nicht sehr sinnvoll, aber ein kostenrechnerischer Vorteil. Die Kirche zahlt also für diesen Kindergarten gar nichts und die Eltern der Kinder wollen auch mit der kirchlichen Ausrichtung nichts zu tun haben. Die Frage ist hier also ob Katholizismus als Finanzschmäh reicht, oder ob es ehrlicher wäre zu sagen, wir sind nicht wirklich katholisch und zahlen lieber ein wenig mehr.

Schließlich stellt sich auch die Frage des gekübelten Titels, ob die Sonderbehandlung kirchlicher Einrichtungen wirklich Scharia auf katholisch ist, oder ist es nicht viel mehr die bürgerliche Freiheit ist, Einrichtungen und Vereine nach eigenen Wertvorstellungen gestalten zu dürfen. Will die moderne europäische Gesellschaft eine plurale Bildung, die religiöse Traditionen und Werte wiederspiegelt oder soll es nur den politisch-korrekten Mainstream geben?

Noch zugespitzer formuliert: Erachten die Menschen bei uns, ein Wiederverheiratungsverbot für Lehrpersonal wirklich wie die Steinigung von Ehebrecherinnen und lehnen es deshalb genau so ab? Wird der CIC, das kirchliche Recht, von Otto Normalverbraucher mittlerweile so abwegig wahrgenommen wie die Scharia, die ja keine gute Presse hat?

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Kein Eintrittsgeld in Kirchen

Die italienische Bischofskonferenz hat beschlossen, dass man für Kirchen kein Eintrittsgeld zahlen soll. Einzelne Kapellen, die Schatzkammmmer und Co schon, aber nicht die ganze Kirche. In einem Land, wo in jedem Städtchen einige kunsthistorisch wertvollen Sakralbauten herumstehen, die es zu renovieren gilt eine klare und mutige Ansage, zu finden im Messaggiero.

Noch klarer und fordernder die Begründung: christliche Gastfreundschaft und auch die Hoffnung, dass Touristenhorden doch auch etwas Geistliches abbekommen, weil die Bischöfe von ihren Gästen Stille für die besinnliche Athmosphäre und dem Ort angepasstes Gewand und Verhalten erwarten.

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